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Onk Lou – Im Portrait

Die erste Episode unseres neuen Interview-Podcasts “Looping” ist veröffentlicht. In diesem Text fassen wir das Gespräch mit dem Wiener Sänger und Musiker Onk Lou zusammen.

Beim ersten Satz ist schon die sympathische, offene und humorvolle Art von Onk Lou zu spüren. Onk Lou, geboren als Lukas Wieser in Wien, ist ein Singer, Songwriter und kam schon früh zur Musik. Der 29-jährige Musiker und c. Freude sprachen über sein neues Album „Quarterlife“, das im November 2020 erschienen ist, über seine Herangehensweise in der Musik, seinem Weg zum Album und über die Bewältigung von Sinnkrisen als Songwriter. 


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Im Album “Quarterlife”, so Onk Lou, ging er seinem Wunsch nach, elektronische Einflüsse in seine Musik miteinzubeziehen. Das neue Album entstand innerhalb von 3 Jahren und war für ihn ein Selbstfindungsprozess. Eben in diesem Prozess musste Onk Lou zugeben, dass er einen neuen Stil in seinem neuen Album aufnehmen wollte.

Obwohl man, wie c. Freude im Gespräch bekennt, keine Alben von Künstlern vergleichen sollte, ist das vorige Album Bogus ein völlig anderer Sound mit „layed back vibes“. Onk Lou erklärt, dass es somit spannend bleibt für ihn als Künstler und er sich auch mit dem neuen Sound in “Quarterlife” selbst überrascht hat. Er erzählt über seine Faszination den Sound immer wieder zu verändern und zieht die irische Songwriterin „Wallis Bird“ als Beispiel heran, die in jedem Album einen neuen Klang entwickelte. 

Onk Lou arbeitete an dem Album mit den Produzenten Florian Richling und Michael Schatzmann und erwähnt, dass das es schon seine Zeit gebraucht hat aber, dass es für ihn wichtig ist etwas fertig zu bringen und es einfach zu releasen, denn kein Song sei doch jemals zu hundert Prozent abgeschlossen. “Quarterlife” wurde an mehreren Orten aufgenommen, in der Steiermark, auf einer Almhütte in Oberösterreich bis hin zu einem Bauernhaus im Waldviertel.


Onk Lou Pressefoto Carina Antl Achterbahn Magazin
Foto: Carina Antl


Der Name des Albums ist Onk Lou spontan gekommen, sozusagen als Bauchgefühl, denn die Songs behandeln genau diesen Lebensabschnitt von ihm. Bei früheren Texten versuchte er Geschichten zu erzählen, sich fiktive Storylines auszudenken. Mit diesem Album wollte er in eine neue Richtung gehen und über sich selbst schreiben. Somit erklärt Onk Lou den Namen passend: „Weil es im Grunde mein Quarterlife zusammenfasst“ und da er nun 29 Jahre alt ist: „Das ist jetzt meine letzte Chance ein Album so zu nennen, jetzt hab ich´s so genannt.“

Das Live-Spielen brachte Onk Lou zur Musik, er bevorzugt es vor Leuten zu performen und immer unterwegs zu sein. Er spricht auch darüber, dass er lieber Alben released als von einer Single zur nächsten zu gehen, weil man somit als Hörer*in den Weg zur Musik besser nachvollziehen kann und auch besser ein Gespür für den*die Künstler*in bekommt. Das stetige Songwriting ist für Onk Lou eine Grundvoraussetzung, um ein neues Album zu produzieren, die Schwierigkeit liegt dabei in der Auswahl der Songs, weil er aus einem riesigen Repertoire schöpfen kann.

Es ist ihm wichtig, dass die Zusammenstellung der Lieder im Album ein Bild ergeben. Auf die Frage ob alle Songs die er schreibt, auch Albumreif seien meint Onk Lou: „Ich mach‘s lieber und denk‘ mir nachher ah lieber nicht als ich denk die ganze Zeit über ‚was wäre wenn‘ nach.“ Mit schwierigen kreativen Phasen und Schreibblockaden geht er entspannt um. Onk Lous Devise:

„Jetzt mit Herz und morgen mit Hirn.“

Es sei besser eine Idee, ohne viel darüber nachzudenken herauszulassen als sich den Kopf zu zerbrechen.   

Wegen der Pandemie wurden alle geplanten Konzerte abgesagt, aber er ließ sich nicht davon abhalten in veränderter Form live vor Menschen zu spielen. Onk Lou war im Sommer 2020 auf einer Österreich Fahrradtour und spielte coronakonforme Mini-Konzerte in Gärten und anderen Locations. Das ganze Erlebnis wurde in Form von einer Kurz-Doku festgehalten und ist auf YouTube zu sehen. Bei den Konzerten besticht Onk Lou mit seiner lieben und humorvollen Art die Zuhörer*in und spielt sich mit den Melodien und Texten in ihre Herzen. 

Text: basierend auf dem Interview im “Looping“-Podcast
von Lara Lejolle