Lockdown No. 3

In Zeiten wie diesen, … 

Mit diesen einleitenden Worten ertönen mittlerweile bereits die Alarmglocken. Wir können es schon alle nicht mehr hören

JA, wir leben in einer Pandemie und JA, der Lockdown ist nur für unser aller Wohl. Doch löst es zugleich für viele eine große psychische Belastung aus. 

Es gibt gute und schlechte Tage. 

Die Tage, die man gut meistert sind jene, die man kopfnickend, mit einem befriedigendem Gefühl seine To-do-Liste Punkt für Punkt abhacken kann, abschließt und man es somit schwarz auf weiß vor sich hat:

„Ich war heute produktiv. Yes, you got this!

Was spricht nun dagegen sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen und sich nun endlich den Dingen zu widmen, die einen mit mehr Freude erfüllen?

Ja, warum nicht den erfolgreichen, produktiven Tag mit Freunden in seinem Lieblingsrestaurant bei 1 oder 2 Gläsern Wein ausklingen lassen, um lächelnd und Energie getankt sich rückblickend an den Abend zu erinnern, der sich durch den gemütlichen vibe und den vielen guten, inspirienden Gesprächen ausgezeichnet hat? 



Doch man ertappt sich dabei, wie man wieder nur an „die guten alten Zeiten denkt“, wo doch „noch alles anders war“. In Erinnerung schwelgend schüttelst du nur den Kopf und die Realität holt einen wieder an.
Diese Gedanken können dir jedoch nichts anhaben, denn heute ist ein guter Tag!

Es ist aber auch okay, dass man deshalb nicht okay ist.  

Es ist in Ordnung, mal nicht funktionieren zu können und Hürden sich bereits bei Tagesanbruch zeigen und es einem deshalb so schwerfällt Motivation zu finden, um eben nur aus dem Bett zu kommen. 

Dena Khan findet hier trotz allem einen erheiternden Ansatz, dieses Wirrwarr an Gefühlen in ihrem Werk zu verarbeiten und vermittelt uns ein Gemeinschaftsgefühl.

Die Künstlerin beschreibt, dass das Bild während des ersten Lockdowns entstand, als uns ein neuer ungewollter Rhythmus aufgezwungen wurde, wir uns ins Bett legten, ohne richtig aufgestanden zu sein und aufstanden ohne uns bewusst hingelegt zu haben. Eine Zeit, in der sie mit ihrem Bett und ihren vier Wänden verschmolz. 



„Wo Zeit tatsächlich relativ wurde. Gefangen im goldenen Käfig.“

Artwork:
Dena Khan

Text:
Iva Valenta & Dena Khan