Kahlenberg Band im Portrait Achterbahn Magazin

Kahlenberg – Im Portrait

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?  Es ist der Kahlenberger in seinem Porsche. 

Nach kurzer Recherche zu der Wiener-Band „Kahlenberg“ kam schnell die Frage hoch: Was zum Teufel ist „Schnösel-Punk“? 

Denn genauso wurde die Band in einem Artikel in „meinbezirk.at” betitelt. Schnösel-Punk … muss ich mir mal anhören, muss ich kennen lernen. Vorweg muss ich aber sagen: Mit Punk, hat es nicht sonderlich viel zu tun. 

Nachdem ich mir also das erste Album der Band anhörte, „Dirty Penzing“, konnte ich diese Beschreibung nun ein wenig eher nachvollziehen. Genauso wie manche MusikerInnen über ihre Leben in Bezirken wie Rudolfsheim-Fünfhaus oder Simmering berichten, besingen „Kahlenberg“ das Leben in den „Bobo-Bezirken“-Wiens. 

Auch in ihrer aktuellen Single „Hahnenkamm“ wird man als ZuhörerIn in das Leben der österreichischen „Upperclass“ entführt, aber weit nicht auf eine unangenehme Art. Mit Witz und textlicher Affinität wird die Geschichte eines „Doppelsieges“ in Kitzbühel erzählt. 



„Weißes beim Stangl, runter die Streif“. 

Zugegeben war ich ein wenig verwirrt. Wieviel Kabarett steckt hinter „Kahlenberg“? Wieviel ist „reines“ Konzept? Diese Fragen versuchte ich gleich zu Beginn unseres Gesprächs herauszufinden, gleich mit der Frage, ob „Schnösel“ ihre Hausübungen machten.

Zu meiner Überraschung stellte sich jedoch schnell heraus, dass „Kahlenberg“ auch tatsächliche „Kahlenberg“ ist. Als „Konzeptband“ sehen sie sich nicht. Als MusikerIn sollte man meines Erachtens nach nicht vorgeben jemand zu sein, der man nicht ist, ähnlich sieht das auch Sänger Frank. Ein überspitztes Darstellen der Realität ist jedoch erlaubt, und genauso betrachte ich nun auch die Band. 

„Wir wurden auch mal als neoliberale Kreisky bezeichnet.“ 

Persönlich mag ich es nicht besonders, wenn man MusikerInnen bzw. Bands musikalisch einordnet, bzw. mit anderen, „bekannteren“ Bands vergleicht. Um hier aber ein wenig zeigen zu können, was man sich unter „Kahlenberg“ vorstellen kann, möchte ich auf ihre neue Single bzw. auf das kommende Album eingehen: 

In der Produktion wurde mit Paul Gallister zusammengearbeitet, bekannt durch die Produktionsarbeit mit  Wanda und Nino aus Wien. Dass Produzenten ihre eigene Handschrift bei deren Produktionen hinterlassen, bzw. diese in der Soundgestaltung maßgeblich beeinflussen steht außer Frage. Demnach überrascht es auch nicht, den ein oder anderen „Wanda-Moment“ bei „Kahlenberg“ zu erleben. Noch dazu wird auf wienerisch gesungen. 

Wie soll es mit „Kahlenberg“ also weiter gehen? Anfänglich war ich etwas skeptisch wie lange sich der „Schmäh“ ziehen lässt, ohne Spannung zu verlieren, doch alleine die Tatsache, dass bald deren zweites Album veröffentlicht wird, macht diese Skepsis zunichte. Außerdem wurde ich von der „realness“ der Band positiv überrascht, es wird also nicht an neuem Material scheitern. 

„Wir sind hungrig aufs Musik-Machen.“ 

Die Devise lautet also: Weiter, mehr und immer besser und besser.

Text: basierend auf dem Interview im “Looping“-Podcast
von c. Freude