AVEC Im Portrait I don't Pray Achterbahn Magazin für Kunst und Kultur

AVEC – Im Portrait

Mit Wasser im Astra Glas aus Hamburg und einem Wieselburger Bier haben wir AVEC getroffen.

Die aus Vöcklabruck stammende Sängerin AVEC begann mit dem Motto „Einfach mal probieren und die Once-In-A-Lifetime-Chance nutzen“. Für die Künstlerin war Musik schon früh ihre “große Liebe”. Nach dem Abbruch eines “halb-alibimäßigen-Lehramtstudiums” verfolgt sie nun ihre Leidenschaft. 

Mit mittlerweile drei Alben, Auszeichnungen wie den Amadeus Award und den Hubert-von-Goisern Preis erreicht die Oberösterreicherin monatlich über eine halbe Million Hörer*innen auf Spotify. 

Wichtig waren ihr Streamingzahlen jedoch nie. Es gehört zwar dazu, aber für AVEC war die Reichweite nie der Grund warum sie Musik macht.

Woher kommen die Songs? 

AVEC beschreibt das Songs schreiben fast wie eine Geburt. 

…ich kann es garnicht so wirklich beschreiben, aber manchmal kommt so ein Gefühl, wo ich merke, dass irgendwie etwas brodelt in mir.
Wo ich das Gefühl hab, wie fast bei einer Geburt,
also es klingt jetzt blöd aber, ich habe das Gefühl okay jetzt kommt bald was und dann merk ich eh wann dieser Zeitpunkt ist und dann setz ich mich vor den PC.“

I don´t pray 

Hört man „I don´t pray“ ist das Herz nicht sicher. Mit Text und Vocals schafft es AVEC ein erdrückendes Gefühl zum Ausdruck zu bringen und ergreift damit unsere Emotionen. „I don´t pray, but tonight I do“ lässt nicht viel Raum für mögliche Interpretationen. Sofort fühle ich mit und denke zurück an eine Zeit in der auch ich, an was auch immer dort oben, gebetet habe. 

Für AVEC gäbe es keinen anderen Weg, um über Emotionen, Gefühle und Gedanken zu reden. Es musste raus, um zu verarbeiten was unvermeidlich war. 

„I don´t pray“ schrieb AVEC in zwei Teilen. Damit verarbeitet sie ein schweres Familienschicksal. Der Verse und Chorus, der erste Teil, war einfach da. Eine Woche später, entstand nach dem Tod ihres Onkels der zweite Teil.

Auf die Frage hin, ob sie mit Schreibblockaden zu kämpfen hat und wie sie damit umgeht, antwortet AVEC:

“In solchen Situationen setze ich mich selber sehr unter Druck. Im Jahr 2020 hatte ich jedoch viel zu schreiben, da es viel zu verarbeiten gab. Ich habe mir sozusagen nun einen kleinen Polster für dieses Jahr aufgebaut. Wenn ich mich aber in einem kreativen Loch befinde, versuche ich meine Kreativität anders auszuleben. Ich habe zu zeichnen begonnen, oder koche gerne. In beiden Fällen hat das eine meditative Funktion. Ich bin aber auch sehr gerne in der Natur.”

Es gibt zwei Arten des Songwritings:
1. Während die Sachen passieren
2. Reflektierend über schon passiertes

Schreibst du gleich oder reflektierst du, ehe du deine Gedanken nieder schreibst?

Sie findet sich in beiden Fällen wieder. Bei “On the water” sowie “I don’t pray” hatte sie in dieser Emotion geschrieben. Bei anderen Songs bedarf es an Reflektion und erfolgt deshalb im Nachhinein. Es kommt wirklich auf die Situation darauf an.

Foto: Martin Morscher

Text: basierend auf dem Interview im “Looping“-Podcast
von Elena Struber